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In Heimersheim ging’s (s)tierisch zu
Wenn an der Landskrone Fastelär gefeiert wird, dann ist das halbe Ahrtal beim jecken Umzug mit von der Partie
Wenn jemand Prinz ist, der schon als Fünfjähriger im "Heimesche" Karneval mitmischte und bereits als Kindertollität Furore machte, dann ist das schon was.
Und wenn er dann noch in Heppingen geboren ist und jetzt in Dernau lebt, dann ist "die halbe Ahr" auf den Beinen, um ihm zuzujubeln: Das bewies der Umzug der Närrischen Landskroner am Samstag zu Ehren von Prinz Andreas I. Marquard und Kinderprinzessin Hannah I. Koglin.
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"Wäre er nicht Prinz, wären wir jetzt beim Fußballspiel in München", erklärten Freunde und Vereinskollegen des Prinzen vom 1. FC Köln-Fanclub, die unterwegs waren unter dem Motto: "Mit kölschem Schiff und Dernauer Wein, schippern wir nach Heimersheim."
Gar zum ersten Mal überhaupt in einem Karnevalszug in Rheinland-Pfalz dabei war die Sinziger Lebenshilfe mit ihren Betreuten. Heimleiter Christian Degen und Geschäftsführer Stefan Möller sowie Zugleiter Norbert Müller hatten den Umzug so um 45 Märchenwesen bereichert: Vor allem als Zauberer und Zwerge brachten die Behinderten, die sich bei der Premiere "Jeder Jeck ist anders" auf die Fahnen geschrieben hatten, fast so eifrig wie der Prinz Strüßjer und Kamelle unters Volk.
Dass der Prinz teuflisch gut drauf ist, bescheinigten ihm in flammendem Rot-Schwarz die Heppinger Käslöffele ebenso, wie die Landskroner Teufelsweiber und der Stammtisch "Schlechte Gesellschaft" aus Nierendorf.
Auch die zahlreichen Piraten von den Karnevalsfreunden aus Lohrsdorf und Heppingen sowie der Tanzgruppe Rio Palace gaben sich ganz friedlich. Für einen kräftigen Vitaminschub für den Prinzen am Höhepunkt seiner Regentschaft sorgten die Hundefreunde Heimersheim, die als Äpfel, Pflaumen und Birnen und entsprechende Bäumchen wussten: "Süße Früchte von der Ahr, schmecken allen wunderbar".
Auch die Kellerkinder, wieder einmal eine der größten Gruppen im Umzug, zeigten sich knackig und fidel als leuchtend orange Möhren. An das jährliche Entenrennen in Gimmigen erinnerten die "Backes Lämpchen".
Aus Indien schienen die Nierendorfer Westerngirls, aus dem Wilden Westen dagegen die Heimersheimer Möhnen und aus Spanien der Stammtisch "Südseite" als Toreros samt Riesen-Stier angereist, während die Gruppe "Jood Dropp" einen Zeitsprung aus dem "Rokoko" gemacht hatte - Perücke, Schleifenschuhe und Muttermal am gepuderten Mundwinkel inklusive.
Sechs Stunden allein für ihren Kopfschmuck aus Perlen und Federn hatte die Gruppe Dernbach als "Batida de Samba" gebraucht, nicht minder aufwändig die giftgrünen Schlangen- und Schlangenbändiger-Kostüme der Karweiler Möhnen.
Leuchtend blau schimmerten hingegen die Elferratsfrauen als Nixen, und der Löhndorfer Gerhardshof präsentierte sich so stark wie Pippi Langstrumpf. Ganz realistisch hingegen verkündete der Kegelclub "Wilde 13" als Holzfäller: "Öl und Gas ist teuer, wir machen Feuer."
Die mutigsten Zugteilnehmer indes kamen vom Stammtisch "Herrlicher Fernblick": "Laut unserer Devise gibt es keine Wirtschaftskrise", verkündeten die Herren als geschniegelte Banker, und ließen es aus der rollenden Staatskasse unverfroren (Schoko-) Geldscheine und süße Goldrandtaler regnen.
(Mit freundlicher Genehmigung www.Kamelle.de v. 23.02.2009)
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